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13. Juni 2026

Verbraucher vor falschen Werbeversprechen schützen

Studie: Viele glauben an unbelegte Versprechen – Verbraucherzentrale fordert strengere Kontrolle

Nahrungsergänzungsmittel sind beliebt: Rund 77 Prozent der Menschen in Deutschland greifen regelmäßig zu Vitaminpillen, Kräuterextrakten oder Proteinpulvern. Doch viele Verbraucher lassen sich von irreführender Werbung beeinflussen – besonders auf Social Media. Das zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag des Portals Lebensmittelklarheit.de.

Laut der Erhebung nehmen knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) Nahrungsergänzungsmittel als eine Art natürliches Arzneimittel wahr – obwohl es sich dabei rechtlich um Lebensmittel handelt. 21 Prozent glauben sogar, Nahrungsergänzungsmittel gehörten zu einer gesunden Ernährung. Diese Einschätzungen zeigen aus Sicht der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) einen dringenden Handlungsbedarf.

Fragwürdige Werbeaussagen auf Social Media

„Influencer bewerben Nahrungsergänzungsmittel immer wieder mit fragwürdigen Gesundheitsaussagen. Die Videos verbreiten sich schnell, selbst wenn die versprochenen Wirkungen wissenschaftlich nicht belegt sind“, erklärt Jochen Geilenkirchen, Leiter des Teams Lebensmittel beim vzbv.

Die Verbraucherzentrale fordert daher eine striktere Kontrolle der Werbung – insbesondere in sozialen Netzwerken. Sie plädiert für eine Stärkung der Lebensmittelüberwachung, um Verbraucher vor falschen Versprechen zu schützen.

Fehlendes Risikobewusstsein bei Verbrauchern

Die Studie zeigt auch erhebliche Wissenslücken: 49 Prozent der Befragten glauben irrtümlich, Nahrungsergänzungsmittel würden vor dem Verkauf auf gesundheitliche Unbedenklichkeit getestet. 41 Prozent nehmen fälschlich an, dass es gesetzlich vorgeschriebene Höchstmengen für Vitamine oder Mineralstoffe gibt.

„Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass Produkte auf dem Markt sicher sind“, so Geilenkirchen. Der vzbv fordert ein europaweites Zulassungsverfahren und gesetzlich festgelegte Höchstmengen für Inhaltsstoffe.

Milliardenmarkt unterreguliert

Die Ergebnisse belegen laut Verbraucherzentrale, dass viele Menschen übertriebene oder unzulässige Werbeversprechen glauben. So stimmen 68 Prozent der Aussage zu, Ingwer könne bei Entzündungen helfen – obwohl dies wissenschaftlich nicht belegt und rechtlich nicht erlaubt ist.

Bereits seit Jahren drängt der vzbv auf eine stärkere Regulierung des Milliardenmarkts für Nahrungsergänzungsmittel. Ziel sei es, Verbraucher besser zu informieren und vor Gesundheitsgefahren durch falsche Versprechen zu schützen.

Hintergrund der Studie
Die repräsentative Onlinebefragung wurde im Auftrag des Projekts Lebensmittelklarheit von Zühlsdorf + Partner PartG durchgeführt. Befragt wurden 2.070 Personen ab 16 Jahren zwischen dem 25. Oktober und 4. November 2024. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei ±2 Prozentpunkten.
Das Projekt Lebensmittelklarheit ist ein gemeinsames Angebot des Verbraucherzentrale Bundesverbands und der Verbraucherzentralen. Es wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert.

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