Weiden in der Oberpfalz. Nach den Regenfällen der vergangenen Wochen ist jetzt das warme Sommerwetter zurück. Trotz Hitze herrschen im Auto dennoch meist angenehme Temperaturen – der Klimaanlage sei Dank. Verzichten möchten die wenigsten darauf: Bei einer repräsentativen Befragung des IfD Allensbach gaben 2020 rund 78 Prozent der Befragten an, dass zu ihrer Wunschausstattung eine Klimaanlage gehört. Damit ist sie das mit Abstand meistgenannte Ausstattungsmerkmal und ein wichtiges Kriterium beim Autokauf. Worauf beim Einsatz und der Wartung von Klimaanlagen zu achten ist, erklärt A.T.U-Experte Christopher Lang.

Manuell oder Automatik – verschiedene Systeme verbreitet

Auch wenn der Zweck immer die Kühlung des Fahrzeuginnenraums ist, gibt es verschiedene Systeme auf dem Markt: manuelle Klimaanlagen und die moderne Klimaautomatik. „Bei Ersterem kühlt die Anlage nur in einer Stufe, und lässt sich nur eingeschränkt über die Stärke des Gebläses nachjustieren. Bei der Klimaautomatik wird einfach die Wunschtemperatur eingestellt, und die Technik sorgt mithilfe von Temperatursensoren im Innenraum automatisiert für das Erreichen, aber vor allem auch für das Beibehalten der Temperatur“, sagt A.T.U-Experte Christopher Lang.

Anwendung – Tipps für den Betrieb

Doch schon vor dem Klimaanlageneinsatz gibt es laut Lang etwas zu beachten: „Wenn Sie bei großer Sommerhitze ins Auto einsteigen, ist es ratsam, zunächst alle Türen oder Fenster zu öffnen. Dadurch strömt die aufgestaute heiße Luft hinaus. Auch auf den ersten Metern kann man noch etwas Fahrwind durch die Fenster hereinlassen, um diese dann zu schließen und die Klimaanalage ihren Dienst verrichten zu lassen.“ Zur schnelleren Abkühlung kann es zudem helfen, die Klimaanlage kurzzeitig auf Umluftbetrieb zu schalten.

Mit Blick auf die weiteren Einstellungen rät A.T.U-Experte Lang: „Stellen Sie die Klimaanlage nicht zu kalt ein, und richten Sie den Luftstrom nicht direkt auf Ihren Körper, sonst droht eine Erkältung. Die ideale Wohlfühltemperatur liegt zwischen 22 und 25 Grad, ist letzten Endes aber individuell.“ Darüber hinaus empfiehlt er, kurz vor Fahrtende die Kühlfunktion der Klimaanlage, nicht aber das Gebläse auszuschalten. Dadurch bleibt keine Restfeuchtigkeit im System, die Bakterien- sowie Pilzbefall und damit Geruchsbildung begünstigt

Regelmäßige Wartung gegen Folgeschäden

Die Klimaanlage im Auto ist kein vollständig geschlossenes System und daher auch nicht wartungsfrei. Durch einen geringen Verlust des Kältemittels z. B. an Dichtstellen und Leitungen nimmt die Kühlleistung langsam, aber kontinuierlich ab, und die Wahrscheinlichkeit für kostspielige Folgeschäden steigt.

A.T.U-Experte Christopher Lang erläutert: „Eine Klimaanlage verliert bis zu zehn Prozent des Kältemittels pro Jahr. Um eine optimale Kühlleistung zu gewähren, Schäden vorzubeugen und Undichtigkeiten rechtzeitig zu erkennen, sollte das Fahrzeug deshalb spätestens alle zwei Jahre eine Klimaanlagenwartung erhalten. Dabei wird die Funktion überprüft und die Klimaanlage wieder mit ausreichend Kältemittel befüllt.“ Bei diesem Werkstattaufenthalt bietet es sich an, das Lüftungssystem zu desinfizieren und den Innenraumfilter auszutauschen. Dann steht einer frischen Brise im Auto nichts mehr im Weg.

Foto: A.T.U Auto-Teile-Unger / Clemens Mayer